Hackbällchen mit Cranberries, Joghurt & Kräutern

Der ganz spezielle kulinarische Mix israelischen Essens, mit den unterschiedlichsten Aromen und Einflüssen aus dem Nahen Osten, Arabien und Südeuropa, hat uns schon auf unserem Kurztrip nach Tel Aviv und Jerusalem in 2011 begeistert.  Während Tel Aviv eine sehr moderne, hippe Stadt ist, fühlt man sich in der geschichtsträchtigen Altstadt von Jerusalem um hunderte Jahre in der Zeit zurückversetzt. Selbst als nicht besonders religiöser Mensch kann man sich der eigentümlichen Stimmung und Spiritualität dieser Stadt kaum entziehen.  Beim Wechsel vom einem der Viertel (jüdisch, christlich, armenisch und muslimisch) ins nächste wähnt man sich fast in einer komplett anderen Stadt, mit unterschiedlich heiligen Stätten, anderen Menschen, Kleidungsstilen, Sprachen, Gerüchen, Läden und Esswaren – nur die vielen Flachdächer, auf die man über versteckte Leitern und Treppen gelangt und über die man sich, dem Trubel ein wenig entrückt, durch die Stadt bewegen kann, verbinden das Ganze.

Das Frühstück in unserem Hotel war koscher, das heisst es gab Milchprodukte, aber kein Fleisch (und ja, ich könnte mich wirklich an Avocado-Salat statt Müsli zum Frühstück gewöhnen), über Mittag haben wir uns im arabischen Viertel eine grosse, wunderbar saftige Falafel gekauft (ist mir sonst oft zu trocken und bröselig) und abends beim Libanesen in Hummus, Shawarma, frischem Brot und Oliven geschwelgt.

Da wir noch Monate nach unserer Reise vom dortigen Essen geschwärmt haben, musste ich nicht lange überlegen, ob ich das Kochbuch „Jerusalem“ von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi kaufen soll. Das erste Rezept daraus haben wir gestern getestet:

Jerusalem_Hackbällchen-1

4 Portionen
Zubereitungszeit: 40 Minuten, plus 70 Minuten köcheln

Zutaten

500g Hackfleisch (im Original mit Lamm, wir haben Rind genommen)
1 grosse Zwiebel, fein gehackt
20g glatte Petersilie, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
½ TL gemahlener Piment
½ TL Zimt
40g Cranberries (im Original mit Berberitze, Cranberries wurden aber als Alternative empfohlen)
1 Ei
Sonnenblumenöl
500g Schalloten, geschält
150ml Weisswein
350ml Bouillon
2 Lorbeerblätter
2 Zweige Thymian
1 TL Zucker
100g getrocknete Feigen
150g griechischer Joghurt
3 EL gemischte Kräuter
Salz, Pfeffer
Couscous, Reis oder Bulgur als Beilage

Das Fleisch in einer grossen Schüssel mit Zwiebeln, Petersilie, Knoblauch, Piment, Zimt, Cranberries, Ei, 1 TL Salz und ½ TL Pfeffer vermengen und golfballgrosse Kugeln daraus formen.

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Fleischbällchen darin einige Minuten bei mittlerer Hitze rundherum anbräunen.

Öl in einem grossen Topf erhitzen und die Schalotten unter häufigem Wenden 10 Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun braten. Den Wein angiessen und 1-2 Minuten einkochen lassen. Die Brühe angiessen, Lorbeerblätter, Thymian und Zuckerhinzufügen und mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Die Feigen dazugeben, die Fleischbällchen hineinlegen (sie sollten fast mit Flüssigkeit bedeckt sein).

Aufkochen und zugedeckt 30 Minuten bei sehr geringer Hitze garen. Den Deckel abnehmen und das Ganze weiterköcheln lassen, bis die Sauce eingedickt ist und die Schalotten weich sind (ca. 40-60 Minuten). In der Zwischenzeit den Couscous, Bulgur oder Reis ansetzen. Das Gericht zum Schluss noch einmal abschmecken und anrichten.

Den Joghurt glatt rühren und über das Gericht träufeln. Mit den Kräutern bestreuen und servieren.

-Kessy-

Taboulé

Diesen Salat haben wir dieses Jahr während unserer Ferien in der Bretagne für uns entdeckt. Da wir keine Lust hatten unbedingt jeden Tag Essen zu gehen (nicht dass an französischem Essen irgendetwas auszusetzen wäre – ich träume immer noch von den leckeren Galette!) oder zumindest nicht zweimal täglich, haben wir uns über Mittag oft mit kleinen Fertigsalaten, nebst dem obligatorischen Baguette*, über Wasser gehalten.

Eine bei uns besonders beliebte Zwischenmahlzeit, die es wortwörtlich auch fast an jeder Ecke gab, war Taboulé, ein arabischer Salat mit Couscous oder Bulgur.

Der dürfte doch gar nicht so schwierig nachzumachen sein, haben wir uns nach unserer Heimreise gedacht. Und tatsächlich: die Zubereitung dauert kaum 15 Minuten und das Ergebnis ist wirklich super lecker.

Taboule-1

4 Portionen
Zubereitungszeit: 15 Minuten

Zutaten

250g Couscous oder Bulgur
400ml Gemüsebouillon
1 Zwiebel
4 Tomaten
½ Salatgurke
1 Bund Petersilie
1 Bund Minze
10 Oliven
1 Zitrone
2 Zehen Knoblauch
5 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Bulgur oder Couscous in eine grosse Salatschüssel geben. Die Bouillon aufkochen und über den Couscous giessen. Zitrone auspressen und den Saft dazu geben. Alles mischen und ca. 10 Minuten quellen lassen.

In der Zwischenzeit für das Dressing Zwiebel, Knoblauch und Kräuter fein hacken. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer in einer kleinen Schüssel mischen.

Tomaten und Gurke klein würfeln sowie die Oliven grob hacken. Alles mit in die Salatschüssel geben und mischen. Das Dressing dazu schütten und gleichmässig unterrühren. Noch ein paar Minuten durchziehen lassen und dann bon appetit!

Im Kühlschrank hält sich der Salat auch gut bis zum nächsten Tag.

-Kessy-

* Eine kleine Beobachtung am Rande: ich persönlich dachte eigentlich es wäre ein Klischee, dass die Franzosen alle mit einem Baguette unter dem Arm herumlaufen. Nachdem wir zwei Wochen lang in diversen britannischen und normannischen Bäckereien und Cafés gefrühstückt haben, kann ich jedoch bestätigen: jede zweite Person verlässt tatsächlich mit einem Baguette den Laden, welches einem nur mit einer kleinen Papierserviette in die Hand gedrückt wird und nicht etwa in einer länglichen Tüte, wie in der Schweiz oder in Deutschland üblich 🙂